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Madeinusa

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Claudia Llosa
La teta asustada (2009)
Madeinusa (2006)

Peru
La teta asustada (2009)
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Madeinusa (2006)
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Madeinusa

In den peruanischen Anden

Madeinusa ist der Name eines 14-jährigen India-Mädchens, das in einem Dorf in den peruanischen Anden lebt. Am Osterfest darf es als «Heilige Jungfrau» den Umzug durchs Dorf anführen. Aus Lima kommend strandet Salvador im Dorf und beobachtet das Treiben. Allmählich entsteht Zuneigung zwischen den beiden, und Madeinusa muss eine schwierige Entscheidung treffen.

In ihrem ersten Spielfilm verwebt Claudia Llosa, eine Nichte des Schriftstellers Mario Vargas Llosa, virtuos Fiktion und Wirklichkeit. Sie beobachtet das Leben der DorfbewohnerInnen (die teilweise sich selber spielen) mit dokumentarischem Blick, hat aber die vorkommenden Rituale zwar erfunden und inszeniert, sich darüber aber umso intensiver der inneren Wahrheit angenähert. Die Stärke des Films liegt im Narrativen. Eine schöne und originelle Szene deckt zum Beispiel auf, was es mit dem Vornamen der Protagonistin auf sich hat. Als sie sich dem Fremden hingibt, erblickt sie das Etikett im Pullover des jungen Mannes und beansprucht das Kleidungsstück für sich. «Oh du hast es mir mitgebracht.» - «Wieso?» fragt der junge Mann verblüfft. - «Mein Name ist doch schon eingestickt: Made in USA.» Eindringlich wird das Schicksal einer jungen Frau nähergebracht, die sich vehement aus einer patriarchalischen Struktur befreien will. Auch wenn es die erste grosse Liebe kosten wird.

Der Karneval grüsst nicht nur bei diesem Ritual. Auch hier in dem entlegenen Winkel Südamerikas gelten die wenigen Tage «tiempo santo» als Freifahrtschein vor dem Herrn. Alles, was in dieser Periode an Sünden geschieht, wird vergeben werden, denn der Herr sieht es nicht. Claudia Llosa bietet einen authentischen Einblick in die andine Kultur und erzählt unter anderem davon, welche Widersprüche die von den Spaniern nach Lateinamerika exportierte katholische Religion in den Alltag der Indios und Indias gebracht hat. Autochtone Religiosität und übernommene sind da untrennbar miteinander verbunden. Und Madeinusa bekommt dies unwissend zu spüren.

Claudia Llosa erzählt die Geschichte einer versuchten Selbstfindung in einem widersprüchlichen Umfeld. Den Film hat sie im wunderschönen Hochland von Huaraz inszeniert, das auch die «peruanische Schweiz» genannt wird, mit einem Gespür für die entscheidende Zurückhaltung. "Madeinusa" ist ein packendes Stück Anden pur, Annäherung ans Leben in den hoch gelegenen und abgelegenen Dörfern einerseits, liebevolles Porträt auch und nicht zuletzt ein anregendes Stück darüber, was koloniales Verhalten langfristig bewirkt hat. Der Film wurde in Rotterdam mit dem grossen Preis der Filmkritik ausgezeichnet: Eine Entdeckung.
Walter Ruggle


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