Citations 'I was born, but - Umarete wa mita keredo'
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In diesem Film vereinigte Ozu nahezu perfekt die zahlreichen Elemente, die seinen Stil prägten, mit seiner persönlichen Sicht der Dinge. Vom Genre her ein ‘shomin-geki’, zeigt der Film sehr deutlich die Rigidität der japanischen Gesellschaft. Er handelt von einer Kleinfamilie, deren Angehörige Ozu mehr interessieren als die Familie als solche, und von Kindern, die in aller Unschuld die Falschheit der Erwachsenen-Gesellschaft offenlegen. Er macht aber auch deutlich, dass dieser Zustand von Unschuld auf Dauer nicht zu bewahren ist. Der Film ist eine – wenngleich ernste – Komödie; nie mehr werden die beiden Jungen sein, was sie einmal waren. In späteren Jahren sollte Ozu erkennen, dass die Unschuld sehr wohl zurückkehrt. (...) In diesem so heiteren wie hellsichtigen Film von 1932 ist er noch nicht zu der Erkenntnis vorgedrungen, dass die Unschuld in gewisser Weise erhalten werden kann.
Donald Richie
Akzeptiert Ozu damit – wenn auch widerwillig – die Unterdrückung durch die Unterdrückten? Man kann diese Lesart nicht ganz ausschliessen. Aber sie bleibt zu einseitig, zu ‘ideologisch’. Der Kulminationspunkt des Films ist erreicht, als die Jungen den Vater autorisieren, seinen Vorgesetzten mit Respekt zu grüssen, und wenn der Film uns genau in diesem Moment bewegt, dann nicht, weil die Kinder gerade die Existenz sozialer Klassen entdecken, sondern weil sie
eine Ahnung bekommen von dem, was man das ‘soziale Bindeglied’ nennen muss und was Ozus grosses Thema ist. Es ist der Moment, da die Kinder in ihrem Vater ein ‘anderes Selbst‘, ein anderes Kind entdecken – seltsam, weil er dominiert wird.
Serge Daney, Cahiers du Cinéma
Wie Chaplin verstand es Ozu, die Elemente des Tragikomischen sinnfällig miteinander zu verknüpfen. Die Komik des Films resultiert vor allem aus der betörenden Unschuld der Kinder und dem sichtlich ridikülen Gebaren der Erwachsenen. Die Wehmut folgt aus ihrer (und unserer) Erkenntnis, dass es in der Welt so etwas Unlogisches wie
gesellschaftliche Unterschiede gibt, die man akzeptieren muss, wenn man überleben will.
Nach Beverley Bare Buehrer: Japanese Film
«Das Wunder Ozu - Ozu ist im Westen Kult: Der neben Kurosawa und Mizoguchi dritte berühmte Klassiker des japanischen Films in der Mitte des letzten Jahrhunderts hat einen unerhörten Reinigungseffekt für (kino-)verdorbene Sinne. Wie schlicht sind diese Filme, wie wundersam schön, wie genau! - Seine Radikalität hat in der Filmgeschichte Massstäbe gesetzt.»
Martin Walder, NZZ am Sonntag
"A travers l'évolution des parents et des enfants, j'ai montré, comment le système familial japonais commençait à se désintégrer". Ozu
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